1991

Die Einbeziehung der Gesellschaft HARMONIE

Zwischen HAMONIE und ERHOLUNG bestand ein Kartellverhältnis, dessen Unterlagen bei beiden Gesellschaften verloren gegangen sind. 1950 fand ein Treffen der Vorstände beider Gesellschaften statt, bei dem die Wiederbelebung des Kartellverhältnisses beschlossen wurde. Das bedeutete, dass die Mitglieder beider Gesellschaften das Recht hatten, bei der anderen Gesellschaft zu verkehren und auch auswärtige Gäste mitzubringen. Grundsätzlich mussten Gladbacher Mitglied der ERHOLUNG, die Rheydter Mitglied der HARMONIE sein, um dieses Verkehrsrecht zu haben.

1964 gab es erstmals Überlegungen zu einer möglichen Fusion mit der Gesellschaft ERHOLUNG. 1966 trafen sich Vorstandsmitglieder der Gesellschaften ERHOLUNG und HARMONIE, um die Frage einer Fusion zu erörtern. Hintergrund war nicht so sehr eine besondere Affinität der Gladbacher zu den Rheydtern oder umgekehrt, als vielmehr die absehbar bedenklich werdende finanzielle Lage beider Gesellschaften. Die Verhandlungen scheiterten im Wesentlichen daran, dass die HARMONIE sich entschloss, Gebäude- und Teileigentum in der Endepohlstraße zu erwerben, ver-bunden mit einem Bewirtschaftungsvertrag. Damit war die Grundlage für eine Fusion entfallen.

Die Gesellschaft HARMONIE musste jedoch feststellen, dass ein gedeihliches Zusammenwirken mit der Hotelbetriebsgesellschaft, die die Bewirtung in den Räumen der HARMONIE vertraglich übernommen hatte, nicht möglich war und die wirtschaftlichen Zukunftssorgen wieder entstanden. Auch die Gesellschaft ERHOLUNG sah ähnliche wirtschaftliche Probleme für eine künftige Ent-wicklung. Das führte Anfang 1975 zur Wiederaufnahme der Fusionsgespräche. Mitte des Jahres 1975 kam man überein, die Fusionsverhandlungen auf die Gesellschaft CASINO auszudehnen.

Es wurde in den wesentlichen Punkten Übereinstimmung erzielt. Im November 1975 fand in der Gesellschaft HARMONIE eine zweifellos turbulent verlaufende außerordentliche Mitgliederversammlung zur Erörterung und Vorbereitung der Fusion statt. Trotz eines mehrheitlichen Vorberei-tungsbeschlusses für die Fusion gab es Gegenstimmen und andere Meinungen, wie diese auch in den beiden anderen Gesellschaften zu hören waren.

Die Fusion aller drei Gesellschaften fand nicht statt. ERHOLUNG und CASINO kamen zusammen - die HARMONIE blieb selbständig.

Das Thema ‚Zusammenschluß’ ruhte nun über Jahre und wurde erst 1989 wieder aufgegriffen. Die finanzielle Lage der Gesellschaften war noch prekärer geworden. Anfang 1990 fanden erste intensive Gespräche zwischen den Vorständen statt. „Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten wurde sehr schnell Einigung darüber erzielt, dass eine Fusion sinnvoll wäre“. Die Gespräche wurden dann auf der Basis der bei der geplanten 1975er Fusion geführten Gespräche intensiviert. Bei der Mitgliederversammlung am 07.11.1990 wurde einstimmig der Zusammenschluss der Gesellschaft Harmonie und der Gesellschaft Erholung und die Auflösung der Gesellschaft Harmonie in Hinblick auf eine Fusion mit der Gesellschaft ERHOLUNG beschlossen, deren Mitglieder entsprechend beschlossen.

Nach der erforderlichen Genehmigung durch die Aufsichtsbehörde wurde die Gesellschaft HARMONIE aufgelöst, den Mitgliedern wurde empfohlen, der Gesellschaft ERHOLUNG beizutreten.

So war zum 1. Januar 1991 das seit langem angestrebte Ziel, die Vereinigung der drei Bürgergesellschaften, erreicht. Die ehrwürdigen Namen CASINO und HARMONIE leben fort gemäß § 1 der geltenden Satzung:

„Die Gesellschaft führt den Namen „Gesellschaft Erholung - Erholung - Harmonie - Casino.
   
1991
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Erholung - Harmonie - Casino

Was in der Welt geschah:

  • 1990: Berlin wird wieder Hauptstadt des wiedervereinigten Deutschland
  • 1990/1991; 2. Irak-Krieg, NATO-Invasion nach Iraks Überfall auf Kuwait
  • 1991: 3. Strophe des Lied der Deutschen wird Deutsche Nationalhymne
  • 1991/1995: Gewaltreicher Zerfallsprozess Jugoslawiens mit terminaler NATO-Bombadierung, Vertrag v. Dayton
  • 1994/95: Genozid der Hutus an Tutsis und gemässigten Hutus in Ruanda
  • 1998/2005: Gerhard Schröder Bundeskanzler, Koalition aus SPD und Grünen, J. Fischer Aussenminister
  • 1999: Kosovo-Krieg , Krieg der NATO incl. Deutschland gegen Serbien

Was in Mönchengladbach geschah:

  • 1991: Absage der Karnevalszüge wg, Irak-Krieg
  • 1993: Eröffnung der Theater-Galerie
  • 1996: Beginn des Linienflugverkehrs ab Flughafen Mönchengladbach
  • 1996: Konzentration aller Aufführungen der Vereinigten Städtischen Bühnen auf Rheydt
  • 1996: Uraufführung des Musicals Gambler im ehemaligen Stadttheater Mönchengladbach
  • 1996:  Einwohnerzahl 266.873 .historischer Höchststand. 
  • 1997: der erste Gladbacher im Weltall (Reinhold Ewald, ehem. Schüler des Stift.-Hum.- Gymnasiums)
  • 1998: Abschaffung der Doppelspitze in der Verwaltung: der Oberbürgermeister wird gleichzeitig Chef der Verwaltung
  • 1998: Konkurs des Musicals Gambler – seitdem Leerstand des ehemaligen Stadttheaters
  • 1999: Aufgabe der "Doppelspitze" aus OB und Oberstadtdirektor, Einführung einer Direktwahl des OB`s

       

             
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