Honoratioren & Bürger

Geplante DOKUMENTATION (und Festschrift) anläßlich des 200-jährigen Bestehens der Gesellschaft ERHOLUNG zu Mönchengladbach im Jahre 2001.

Wenn eine Bürgergesellschaft in regelmäßigen Zeitabständen auf ihre Geschichte zurückblickt, geschieht dies aus dem Verständnis ihrer Zeit. Die Festschriften zum Anlaß des 100-, des 125-, des 150- und des 175-jährigen Jubiläums mit ihren z.T. sehr verkürzten Ausführungen, die zudem Nachweise weitgehend vermissen lassen, genügen dem Anspruch des heutigen Historikers nur bedingt.

Im Folgenden wird der Inhalt der in Arbeit befindlichen DOKUMENTATION in den Grundzügen erläutert, die eine Fülle von Archivmaterialien, Photos, Karten, Graphiken und Tabellen enthalten wird. Die differenzierte Gliederung sowie ein Namens- und Sachverzeichnis werden dem Leser helfen.


1. Das politische und wirtschaftliche Umfeld
Einleitend erscheint es erforderlich, die Entwicklung der ERHOLUNG in den Grundzügen sowie deren Einbindung in die zeitgeschichtlichen Zusammenhänge darzustellen. Dies kann jeweils nur mit wenigen Hinweisen geschehen.
Die Gründung (1801) fällt in jene Zeit, als Gladbach französisches Staatsgebiet war.
Das ‚Kölner Ereignis' (1839), eine Auseinandersetzung zwischen der preußischen Regierung u.a. mit den Rheinländern über die konfessionelle Erziehung der Kinder aus Mischehen, führte zu heftigen Diskussionen, die Auswirkungen bis in die junge 'Gesellschaft' hatte. Sie führten zu einer Spaltung der ERHOLUNG.
Die 1848er Revolutionäre suchten das erste Gesellschaftshaus (1840) auf, hinterließen Zerstörungen, Beschädigungen und ließen auch das Weinlager nicht unbehelligt.
Während der Kriege 1866 und 1870/71 unterstützen die Mitglieder die Soldaten im Feld, die Verwundeten und die Hinterbliebenen mit Geld- und Sachspenden.
Die Gründerzeit - ab 1872 - brachte der Stadt und ihrer Textilindustrie einen kräftigen Aufschwung, der Gesellschaft einen großen Zustrom an Mitgliedern.
Aus den Kämpfen der beiden Weltkriege kamen viele Mitglieder und deren Söhne nicht zurück. Auch in der Heimat waren Opfer zu beklagen. Das Gesellschaftshaus erlitt 1943 und 1944 starke Beschädigungen, deren endgültige Behebung erst Jahrzehnte später möglich wurde.
Das Gesellschaftsleben nach 1945 wieder in Gang zu bringen, die Räumlichkeiten herzurichten, erforderte hohen persönlichen Einsatz der Vorstände und große Opferbereitschaft der Mitglieder.
Die ERHOLUNG verdankte ihre Gründung, ihre Entwicklung und Höhepunkte bis zur Nachkriegszeit in starkem Maße Unternehmern, Fabrikanten und Kaufleuten der Textilindustrie.
Heute hat sich die Gesellschaft soziologisch deutlich erweitert (s. unten). 


2. Rechtsgrundlagen

2.1 Rechtsquellen
Den bisherigen soll keine weitere Festschrift im ‚alten' Sinne hinzugefügt werden. Vielmehr wird mit der DOKUMENTATION beabsichtigt, die bisher von keinem der Chronisten berücksichtigten Bestände der Archive einzubeziehen. Im einzelnen sind dies das Nordrhein-westfälische Hauptstaatsarchiv (Düsseldorf), das Landeshauptarchiv Rheinland-Pfalz (Koblenz) sowie das Geheime Staatsarchiv/Stiftung Preußischer Kulturbesitz (Berlin), soweit es den zwischen den Verwaltungen auf lokaler (Bürgermeister/Königlicher Landrat in Gladbach), regionaler (Königliche Regierung in Düsseldorf), provinzialer Ebene (Königliches Oberpräsidium in Koblenz) und der preußischen Regierung (Berlin) hinsichtlich der Gesellschaft ERHOLUNG (sowie der ehemaligen Gesellschaften HARMONIE/Rheydt und CASINO/Mönchengladbach) geführten Schriftwechsel betrifft. Ziel ist die Herausarbeitung des Rechtsstatus der Gesellschaft im 19. Jahrhundert - die Concession (1822), das (soweit ersichtlich) erste gedruckte Statut 1840, die Verleihung der Corporationsrechte (1860) - auch auf dem Hintergrund unterschiedlicher Rechtssysteme in der linksrheinischen Rheinprovinz und im übrigen Preußen.


2.2 'Statuten' und 'Satzungen'
Ausgehend von den ersten (handgeschriebenen) Statuten - den 'Gesäzen' (1801) und den 'Gesaetzen' (1803), sowie dem Statut von 1840 - hat es bis in die Gegenwart wegen der gebotenen Anpassung an wechselnde Verhältnisse immer wieder Änderungen, z.T. Neufassungen der Satzungen und Statuten gegeben (1860/61; 1868, 1877/82, 1883/84; 1893; 1922/23; 1932, 1934; 1945; 1954; 1963; 1976, 1990/91/92; 1996; 1998), für die die Staatsbehörde seit der Mitte des 19. Jahrhunderts einen Genehmigungsvorbehalt bis heute beansprucht. Dem ging die regelmäßige Beschlußfassung der Mitgliederversammlung voraus.
Abgesehen von den formalen Genehmigungsverhandlungen mit den örtlichen und überörtlichen Behörden werden die Satzungen inhaltlich einer vergleichenden Untersuchung unterzogen.


3. Persönlichkeiten und ERHOLUNGS-'Familien'
Gruppen, Gemeinschaften, Vereine und Gesellschaften werden immer geprägt von jenen Persönlichkeiten, die sie gründen, leiten, wichtige Funktionen übernehmen, sie durch Höhen und Tiefen begleiten, Feste arrangieren und in Zeiten des Niederganges nicht den Mut verlieren fortzusetzen, was ihre Vorgänger angebahnt haben.
Solchen verdankt auch die ERHOLUNG ihr Gedeihen und Fortbestehen. Ihre Tätigkeit im Verlauf von 200 Jahren soll herausgestellt werden, z.B. Boelling, der Mitgründer, Busch und Sültenfuhs, die Erbauer des ersten Hauses sowie Bornefeld, der den Ankauf des Joestenschen Geländes tätigte (1860) und mit seinen Vorstandskollegen das zweite Gesellschaftshaus errichtete (1861), Max Ercklentz, der Vorsitzende zur Jahrhundertwende (1893 - 1903), Dr. Wilhelm Friederici (1917 - 1928), Alfred Croon (1932 - 1934, 1945), Wilhelm Achter (1934 - 1945), Arthur Frentzen (1945 - 1953), aus der jüngsten Zeit u.a. Dr. Frank Paetzold (1973 - 1977, 1983 - 1987) und Dr. Thomas Imberg (1977 -1983).
Dazu gehören auch Angehörige von Familien, deren Namensträger von Beginn an (1801) über viele Jahre Mitglieder der ERHOLUNG waren (u.a. Brinck, Hollweg, Quack, Krall) und z.T. bis heute sind (u.a. Pferdmenges, Wienands).


4. Gebäude und Liegenschaften
Die Zusammenkünfte der Mitglieder fanden anfangs in Lokalen in der Stadtmitte statt. Die Gesellschaft errichtete 1840 ein eigenes Gebäude, das sie 1852 aus wirtschaftlichen Gründen wieder aufgeben mußte. 1860 gelang es wieder, inmitten der Stadt, innerhalb eines großen garten- und parkartigen Geländes, ein den damaligen Ansprüchen genügendes repräsentatives Gesellschaftshaus zu bauen (1860/61) und es mit einem ausgedehnten Grundbesitz zu umgeben. Nach mehrfachen Um- und Ergänzungsbauten zu Ende des 19. Jahrhunderts konnten die Zerstörungen und Beschädigungen durch den Zweiten Weltkrieg (1943) an Gebäude und Park bis in die 70er Jahre nicht beseitigt werden.
Generalverkehrsplan und Städtebauliche Konzeption ‚Kulturzentrum Abteiberg' berührten Ende der 1960er, Anfang der 1970er Jahre entscheidend die ERHOLUNG und ihre Liegenschaft, die 1921 ihre maximale Ausdehnung erreicht hatte. Die Verwirklichung städtebaulicher Vorstellungen - Vervollständigung des innerstädtischen Grünzuges am Südost- und Südhang des Terrassenabfalls, die Errichtung einer Turnhalle für das benachbarte Stiftische Humanistische Gymnasium - führten zum Flächenverzicht im Parkbereich. Ein städtebaulicher Ideenwettbewerb gewährte - schon in der Ausschreibung - dem Gesellschaftshaus keinen Bestandsschutz, der Hollein-Plan sah eine Verlegung des Hauses hangabwärts bis fast an den Rand des Parkes vor. Schließlich machte die rückwärtige Erschließung der Hindenburgstraße als Geschäftszeile eine Flächenabtretung entlang der nördlichen Parkseite notwendig und zog im Zusammenhang damit den teilweisen Abriß des Nordflügels nach sich. Das komplizierte bauplanungsrechtliche Verfahren, verbunden mit der Bereitstellung öffentlicher Mittel als Entschädigung für die Hergabe von Flächen und Bausubstanz, führte schließlich zu jenem sog. ‚Durchbau' (1978-1981). Das Haus wurde bei gleichzeitiger stilgerechter Renovierung und Wiederherstellung auch der Innenräume auf seine ursprünglichen Formen zurückgeführt, die auch die neuen Anforderungen an das Gesellschaftsleben durch ergänzende Maßnahmen berücksichtigte.
Die hohen Baukosten für den Durchbau, der erhebliche Aufwand für die Zwischenlösung, in einem nahe gelegenen Restaurant für die Bauzeit eine Bleibe zu haben, gleichzeitig aber das bewährte Personal zu halten, die mehrmonatige Verzögerung der Eröffnung, mehr aber noch der fehlende Zuspruch seitens der Mitglieder und der Öffentlichkeit, nicht zuletzt eine zeitweise unbefriedigende Gastronomie, hatten die Verbindlichkeiten erheblich ansteigen lassen. Angesichts der Unmöglichkeit, sie abzutragen, und vor allem wegen der dauerhaft anfallenden außergewöhnlich hohen Betriebs- und Personalkosten für das große Haus mußte sich der Vorstand entscheiden, 1985 den Mitgliedern den Verkauf des gesamten Anwesens mit Gebäude, Garten- und Parkflächen an die Stadt Mönchengladbach vorzuschlagen. Dies führte zu großer Unruhe unter den Mitgliedern und löste eine heftige Diskussion aus, die schließlich auf die Entscheidung zwischen Auflösung oder Fortbestand der Gesellschaft hinauslief. Zwar wurden Verkauf und Fortexistenz beschlossen, jedoch verursachte dies eine Austrittswelle. Dennoch blieb die Bürgergesellschaft ERHOLUNG bestehen.
Die Stadt wurde damals Eigentümerin eines gerade restaurierten denkmalwerten Gebäudes in vorzüglicher Lage. Umgeben von einer bemerkenswerten Grünanlage und einem Park war und ist das Haus als Tagungs-, Versammlungsstätte mit ihrer Gastronomie bestens geeignet. Der Park verfügt über einen wertvollen, z.T. fast 150 Jahre alten Baumbestand mit dendrologischen Besonderheiten. Insgesamt ist der Komplex ein erheblicher Zugewinn an innerstädtischer Attraktion.
Dies alles bedarf der Aufarbeitung und dokumentarischen Präsentation, zumal umfangreiches Material dazu vorliegt und viele Zeitzeugen zur Verfügung stehen, die hier ergänzende Auskünfte geben können.


5. Einbeziehung der Gesellschaften CASINO (Mönchengladbach) und HARMONIE (Rheydt) in die ERHOLUNG
Hauptgegenstand der DOKUMENTATION wird die 200-jährige Geschichte der Gesellschaft ERHOLUNG sein. Der ERHOLUNG haben sich 1976 die Mönchengladbacher Gesellschaft CASINO (Gründung 1862), 1991 die Rheydter Gesellschaft HARMONIE (Gründung 1803) angeschlossen. Deshalb soll deren Geschichte in einigen wesentlichen Aspekten dargestellt werden.
Dazu werden u.a. jeweils die frühen Gesellschaftslokale, die eigenen Häuser, ihre Statuten und Satzungen sowie die königlichen Privilegien (z.B. Verleihung der Rechte einer juristischen Person/HARMONIE), die Mitgliederentwicklung und -struktur beschrieben. Einbezogen werden auch die z.T. sehr langwierigen, schwierigen und in mehreren Phasen sich entwickelnden Überlegungen, die schließlich zum Zusammenschluß mit der ERHOLUNG führten.


6. Veranstaltungen
In 200 Jahren des Bestehens haben sich Art und Anzahl der Veranstaltungen innerhalb der ERHOLUNG erheblich gewandelt. Das Stiftungsfest nahm in der Frühzeit einen sehr hohen Rang ein. Jedoch war die Verehrung des preußischen Herrscherhauses so groß, daß zeitweise eine Verlegung auf des Kaisers Geburtstag zustande kam. Von festlichen Bällen wird allzeit berichtet, sie waren bis in die 1920er Jahre die gesellschaftlichen Ereignisse der Stadt schlechthin. Indessen war die Beteiligung der Damen an anderen Ereignissen der Gesellschaft eher zurückhaltend.
Das Gesellschaftsleben hat sich im Laufe der Zeit erheblich gewandelt inner- und außerhalb des Hauses: Einerseits sind die ursprünglich regelmäßigen abendlichen Zusammenkünfte, die der Pflege der Geselligkeit als auch der Geschäftsbeziehungen dienten, entfallen. Andererseits würden das Stiftungsfest sowie einige Bälle allein die Mitglieder heutzutage nicht mehr zufriedenstellen.
Das übliche Gesellschaftsprogramm erfuhr daher notwendigerweise, vor allem seit 1981, eine wesentliche Erweiterung durch ein stark kulturell geprägtes Angebot: Besuche von Ausstellungen alter und moderner Kunst, Besichtigungen von historischen Bauwerken und neuzeitlichen Museumsneubauten, verbunden mit mehrtägigen kulturhistorischen (Studien-) Fahrten durch den heimatlichen Raum, aber auch bis nach Westfalen, nach Hessen, Rheinland-Pfalz, in die benachbarten Niederlande und Belgien, seit 1990 auch in die neuen Bundesländer. Während das seit 1981 durchgeführte alljährliche Weihnachtskonzert im Kaisersaal des Hauses Erholung die ERHOLUNGs-Familie zum Ende des Jahres noch einmal zusammenführt, erlebten viele Teilnehmer seit 1993 herausragende musikalische Ereignisse bei Konzertveranstaltungen in der Kölner Philharmonie und in der Düsseldorfer Tonhalle. Daneben kam es unter dem Thema ‚Die Wirtschaft unserer Heimat' zu zahlreichen Besichtigungen von Produktions- und Verarbeitungsstätten im Mönchengladbacher Raum, um die Vielfalt des heimischen Gewerbes und der Industrie, deren hohen Technisierungsgrad, aber auch die Menschen an ihren Arbeitsplätzen kennen zu lernen.
In besonderem Maße wird der Betreuung der Jugendlichen und der Kinder innerhalb der ERHOLUNG Beachtung geschenkt: Wenn sich auch - überwiegend aus zeitlichen Gründen - für die Jugendlichen kaum mehr als ein jährliches Segelwochenende und ein Kegelnachmittag ermöglichen lassen, kommen die Kinder in großer Zahl zu Museums- und Theaterbesuchen, zum ‚Wildwasser'-Kanufahren und zu den sehr beliebten Kegelnachmittagen.
Der Rückblick auf 200 Jahre kann nicht alle Veranstaltungen im einzelnen erfassen. Dies soll gleichwohl in der DOKUMENTATION geschehen für die Zeit seit 1981. Damit wird beabsichtigt, auch Außenstehenden einen Einblick zu geben in das Leben einer Bürgergesellschaft der Gegenwart, ihre Interessen, ihre Aktivitäten. Daraus ergibt sich auch die Resonanz der Mitglieder auf das Veranstaltungsangebot.


7. Wein und Weinkeller in der Geschichte der Gesellschaften ERHOLUNG, CASINO und HARMONIE
Wein zu trinken, in guter Qualität und zu einem angemessenen Preis - das gehörte von jeher in der ERHOLUNG zu den Zusammenkünften der Mitglieder und ihrer Gäste. Dies zu gewährleisten, machten sich stets auch Statuten/Satzungen zu ihrem Inhalt und Anliegen. Deshalb gab es seit 1840 in den Directionen/Vorständen die Kellermeister sowie seit 1868 die ‚Weinkommissionen', die für Ankauf und Lagerhaltung verantwortlich waren.
Für ERHOLUNG, CASINO und HARMONIE wurde das Geschehen in diesem Bereich beschrieben - nach der greifbaren Quellenlage.
Schließlich gab es - vor allem in der früheren CASINO AG - auch den ‚Weinkeller' für den öffentlichen Weinverkauf, der bis 1987 aufrechterhalten werden konnte.
Weinproben galten seit je zu den besonders geselligen Veranstaltungen gehört. Das gilt bis heute, werden sie doch regelmäßig von bis zu 80 Personen besucht.


8. Die soziologische Struktur
Die soziologische Seite der ERHOLUNG ist bisher weder untersucht noch dargestellt worden. Die frühere Charakterisierung der Gesellschaft als liberal eingestellte, in konfessioneller Hinsicht weitgehend evangelisch geprägte Vereinigung von Unternehmern und Fabrikanten, kann heute in dieser Unbedingtheit nicht aufrecht erhalten werden. Ursprünglich auf die ‚Honoratioren', Selbständige aus M. Gladbach begrenzt, hat sich die Struktur der Mitgliederschaft entscheidend gewandelt:
Neben Unternehmern, Fabrikanten haben Freiberufler wie Ärzte, Apotheker, Rechtsanwälte, Architekten ebenso wie Nichtselbständige, etwa Beamte und Angestellte, Zugang als ordentliche Mitglieder gefunden, dürften sogar eine Mehrheit bilden.
Entgegen der Ansicht "Juden hatten keinen Zutritt", gehörten auch jüdische Mitbürger zur ERHOLUNG: J. Benjamin Jonas war sogar Ehrenmitglied. Das war die Situation bis 1934, als die ‚Neuen Satzungen' Nichtariern die Mitgliedschaft untersagte.
Die Zahl der Mitglieder begann mit 43 (1801), sie schwankte im Lauf der 200-jährigen Gesellschaftsgeschichte, stagnierte zeitweise, nahm ab und steigerte sich wieder - ein Spiegelbild der inneren und äußeren Ereignisse. Mit 300 Mitgliedern geht die Gesellschaft in ihr Jubiläumsjahr. Grund genug, dieses Auf und Ab im einzelnen zu verfolgen und so die Entwicklung der Mitgliederzahl (1801 - 2001) festzuhalten und zu veranschaulichen.


9. Vorsitzende und Präsidenten, sowie Deputationen, Direktionen und Vorstände
In Ergänzung zu den Darlegungen über die Funktionsträger der ERHOLUNG (s. dazu die Ausführungen in Abschnitt 3) wird versucht, eine möglichst vollständige Auflistung der Vorsitzenden/Präsidenten, der Directionen/Vorstände und Kommissionen zusammenzustellen.


Dem weiterforschenden Leser der  DOKUMENTATION wird die Möglichkeit gegeben, wichtige Schritte der historischen Entwicklung der ERHOLUNG - in Teilen auch der HARMONIE und des CASINOs - selbst nachzuvollziehen. Indessen dürfte es Schwierigkeiten bereiten, die unterschiedlichen Kanzleischriften des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts lesen zu können, teils wegen der schlechten Reproduktion der eingebundenen Aktenbestände, vor allem aber wegen des vielfältigen Schriftduktus, wie er in den Kanzleien auf den verschiedenen Verwaltungsebenen und der ERHOLUNG verwendet wurde. Deshalb wird den einzelnen Dokumenten jeweils eine Übertragung in das heutige Schriftbild beigefügt.
Die DOKUMENTATION bringt zum einen viele neue Erkenntnisse zur Gesellschaftsgeschichte zutage. Sie soll zum anderen einen wesentlichen Beitrag zur Kultur-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Stadt Mönchengladbach leisten, innerhalb deren die ERHOLUNG für sich in Anspruch nehmen darf, durch namhafte Mitglieder am Aufstieg der Stadt mitgewirkt zu haben. Die Schwerpunkte gesellschaftlichen Lebens haben sich verschoben. Gleichwohl ist die ERHOLUNG eine gesellschaftliche Institution geblieben, die für das kulturelle Leben einen ansehnlichen Beitrag leistet.


Text und Gestaltung:
Dr. Herbert Reiners,
Mönchengladbach          
Geschichte > Honoratioren & Bürger
Schriftgröße wählen: A - A - A
Erholung - Harmonie - Casino
by DSC-Medien